Adresse: Ernst-Zöbeli-Strasse, Dachslernstrasse, 8048 Zürich
Programm: 157 Wohnungen, Doppelkindergarten
Bauherrschaft: Baugenossenschaft Halde Zürich, bhz
Auftragsart: offener Projektwettbewerb, 5. Preis
Projektteam: Laurent Burnand, Korbinian Bromme, Léon Dräger, Tim Hodapp, Stephan Sintzel, Amarin Zeltner

Fachplanung und Beratung
Statik: Büeler Fischli Bauingenieure, Zürich
Landschaftsarchitektur: Tremp Landschaftsarchitekten, Zürich

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Ville verte – Bauen zwischen (geschützten) Bäumen
Nur wenige Meter nach dem Bauplatz folgt die Stadtgrenze, danach ein grosses Feld bis Schlieren. Der Landschaftsraum greift entlang des Grünkorridors beim Sutteracher bis tief in das Quartier hinein und strahlt bis zum Ernst-Zöbeli-Weg aus. Das Gebiet gehört zur durchgrünten Stadt, Zeilenbauten und Einfamilienhäuser stehen abgerückt von der Strasse. Die Häuser sind eingewachsen hinter Vorgärten und grossen Bäumen.
Die Stadt Zürich macht ernst, klimagerechtes Bauen heisst Baumschutz! Alle Bäume mit einem Stammumfang grösser als ein Meter sind geschützt. Die Bauten müssen ihnen ausweichen, es gibt kein Pardon! So weit, so gut – auch wir finden die Bäume auf dem Bauplatz wunderschön und freuen uns über Wohnungen mit Ausblick in die Baumkronen. So stellen wir uns das Wohnen in der ‘ville verte’ vor.
Nun sind die Bäume unregelmässig verteilt – da eine Gruppe, dort ein grosser Einzelbaum, gestreut wie Sterne am Firmament. Nur die Fussabdrücke der Bestandesbauten geben einen Rhythmus von freien Flächen vor.
Am grössten ist die freie Fläche bei der Etappe E11 nord-westlich der Ernst-Zöbeli-Strasse, gross genug für die Tiefgarage mit den geforderten 33 Parkplätzen. Die Parzelle E16 entlang der Dachslernstrasse ist von grossen Bäumen geprägt, die Gebäude müssen ihren Platz zwischen den Bäumen suchen.

Die Bäume geben den Rhythmus vor
Baumkörper und Baukörper sollen ineinandergreifen, wobei erst ein Baukörper mit sich wiederholenden Raumsequenzen und einer klaren Geometrie wirtschaftlich gebaut werden kann. Gesucht wird die grösste gemeinsame Grundfläche, die mit identischen Achsen und Dreiecksformen in die Baum-Zwischenräume gesetzt werden kann.
Dabei gilt folgende Faustregel: Die Kronengrösse entspricht dem Wurzelbereich. Näher darf man nicht an einen Baum heranbauen, ohne sein Überleben zu gefährden.

Wie Keime zur Sonne strebende Wohnungen
Innerhalb der Gebäudeflügel, welche in die Baum-Zwischenräume greifen, folgen die Raumschichten den Fassadenfluchten. Dazwischen suchen die polygonalen Wohnräume den Weg zur Sonne.
Im Baukörper entlang der Dachslernstrasse fächern sich die Kleinwohnungen gegen Süden auf und werden von grösseren Wohnungen umschlossen. Die Baukörper fügen sich hier der Topografie des sanften Abhangs und nehmen diesen durch den Versatz der Geschossplatten auf. Die Erschliessung erfolgt entlang dieses Höhenversatzes.
Im Baukörper entlang der Ernst-Zöbeli-Strasse sind die meisten Wohnungen durchgesteckt konzipiert und profitieren sowohl von einer nord-westlichen als auch von einer süd-östlichen Ausrichtung. An den Enden der Gebäudeflügel entstehen dreiseitig orientierte Wohnungen. Die Gebäudeteile folgen auch hier der Topografie, indem sie sich entlang des Abhangs abstufen.

Referenz: Eduardo Chillida, Composición de madera grabada VI, 1968