Die Storchensiedlung liegt am Siedlungsrand von Oetwil und bietet sich dadurch an, als Bindeglied zwischen Dorf und Landschaft zu agieren. Sowohl die Qualitäten des gewachsenen Dorfes als auch diejenigen der Landschaft am Fusse des Pfannenstils sollen in der Struktur der Siedlung erlebbar gemacht werden.

Die Aufreihung der Gebäude entlang der Strasse, analog zu einer Perlenkette, wird aufgenommen. Das in dieser Lesart erste Gebäude vermittelt als Einleitung, die weiteren rotieren daraufhin um die freie Mitte. Nach aussen fächern sich die Gebäude in die Landschaft auf und machen sie dadurch in allen Wohnungen erlebbar.

Es entsteht eine Stadtblume mit gemeinschaftlicher Mitte und individuellen Ausblicken in die Landschaft am Fusse des Pfannenstils einerseits, zurück zum Dorf und in die Weite des Zürcher Oberlandes andererseits.

Die Baukörper verhalten sich konkav zur Mitte und konvex zur Landschaft. Entlang den Längsseiten der Körper dringt die Landschaft bis tief in die Siedlung ein. Die kurzen Stirnseiten formen die Mitte und spannen ein freies Feld auf; eine Wiese für das gemeinsame Spiel und schattenspendende Bäume eröffnen den Bewohnenden verschiedenste Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten.

An der Naht zwischen Natur und Mitte verläuft der Erschliessungsweg. Bei den Bauten folgen Arkaden diesem Weg, darunter befinden sich die Hauseingänge, Veloabstellplätze und Hobbyräume. Ebenso über die Arkaden erschlossen ist der Gemeinschaftsraum im ‘ersten’ Haus der Perlenkette. Die Arkade dient als Schwelle und vermittelt zwischen Innen und Aussen. Ein schattiger und regengeschützter Ort, der zum Verweilen und zum Austausch unter den Bewohnenden einlädt.

Die Zwischenräume zwischen den Bauten bleiben landschaftlich geprägt. Lediglich schmale Trampelpfade führen von Bäumen gesäumt beispielsweise zum Bach oder hinaus in die Landschaft.

 

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Adresse: Langholzstrasse, 8618 Oetwil am See
Programm: 55 Wohnungen, Gemeinschaftsraum
Bauherrschaft: Hinderer Liegenschaften AG, Oetwil am See
Auftragsart: Wettbewerb im selektiven Verfahren, 1. Rang, 1. Preis

Projektteam: Selina Schönholzer, Gian Brechbühl, Timo Sawitzky, Korbinian Bromme, Sophie Alexander, Laurent Burnand, Stephan Sintzel

Fachplanung und Beratung
Landschaftsarchitektur: Tremp Landschaftsarchitekten, Zürich
Statik: ZPF Ingenieure, Zürich