In den Höfen der Basler Innenstadt haben sich allmählich immer mehr Einbauten breitgemacht. Garagen, Werkstätten und Schuppen, die den Hofraum verdrängten, werden nun vielerorts entfernt. Dabei gehen allerdings auch lebendige Soziotope verloren. Wohnen und Arbeiten waren hier genauso wenig voneinander geschieden wie die privaten Territorien zwischen Nachbarn. Dieser Geist des Gewerbehofs von gestern lässt sich nicht einfach in den Wohnhof von morgen kopieren, aber übersetzen. Deshalb spricht das neue Haus die Sprache der früheren transitorischen Hofeinbauten. Leicht und niedrig steht es im Hof, aus Holz gefügt wie schon die gewerblichen Vorgängerbauten. Fast möchte man meinen, es sei provisorisch hier, wäre da nicht die entschiedene städtebauliche Setzung.
Die beiden Strassen, die das Planungsareal begrenzen, gewinnen aus ihrer Verschiedenheit eine sehr spezifische Identität. Die Hebelstrasse ist eine Verbindungsstrasse zur St. Johann-Vorstadt, die Maiengasse war dagegen zunächst nicht mehr als ein Pfad. Die Hebelstrasse bildet einen klar gefassten, formellen Strassenraum, die Maiengasse dagegen eine informell und niedrig bebaute Gasse. Darum wird mit dem Haus an der Hebelstrasse bloss eine Baulücke geschlossen, mit dem Hofgebäude dagegen das heterogene Gefüge der Maiengasse weitergebaut.
Adressen: Hebelstrasse 52, Maiengasse 7–15, 4056 Basel
Programm Hebelstrasse: 15 Wohnungen, 3 Ateliers
Programm Maiengasse: 39 Wohnungen, 2 Kindergärten
Bauherrschaft: Immobilien Basel-Stadt
Auftragsart: 1. Preis im Projektwettbewerb 2013, Generalplanung in Arbeitsgemeinschaft mit Büro für Bauökonomie
Projektleitung: Marco Rickenbacher, Nicola Wild (Stv.)
Projektteam: Matthias Berger, Nike Himmels, Maneeza Ali Khan, Sarah Maunder, Moritz Munk
Fachplanung und Beratung
Baumanagement: Büro für Bauökonomie
Landschaftsarchitektur: Schmid Landschaftsarchitekten
Statik: EBP Schweiz
Brandschutz: Rolf Bachofner
Bauphysik: BWS Bauphysik
Haustechnik, Sanitär: Vadea
Elektro: Edeco
Licht: TT Licht
Farbe: Andrea Burkhard
Kunst am Bau: Jürg Stäuble
Fotografien: Kuster Frey, Philip Heckhausen, Matthias Bill